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Hugh Neff in Osterwald

Im September 2013 hatten wir in unserem Heimatdorf Osterwald Besuch vom zweimaligen Yukon-Quest Gewinner Hugh Neff aus Alaska. Er war auf Vortrags-Tour in Deutschland und wir hatten ihn eingeladen und eine Show für ihn organisiert, nachdem wir ihn im Sommer in Alaska besucht hatten. Thorsten Weik schrieb einen Artikel über den Abend:

Osterwald im Yukon Fieber

Gestern Abend konnten ca. 60 Zuhörer den Ausführungen des Schlittenhundeführers (Mushers) Hugh Neff aus Tok, Alaska lauschen.

Der von Anne Kielmann und Tobias Kiel organisierte Vortrag befasste sich mit dem Leben eines Mushers und den Widrigkeiten der Wettbewerbe. Hugh Neff wurde 1967 in Chattanooga, Tennessee geboren und wuchs in Evanston, Illinois auf. Als Kind begann er Abenteuerbücher zu lesen und er gehörte den Pfadfindern an, hier prägte sich wohl sein späterer Werdegang. In den Gruppenabenden bauten sie Schlitten und verbrachten mit diesen sehr viel Zeit in den angrenzenden Wäldern.
Hugh Neff erlebte seinen eigenen „American Dream“ vom Tellerwäscher zum Millionär – dies ist allerdings nur im übertragenen Sinn zu sehen.

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Neff nahm in seinem Arbeitsleben sehr viele Jobs an u.a. war er als Golfcaddy für Bill Murray (Gosthbusters, und täglich grüßt das Murmeltier) tätig. Später zog es ihn immer weiter nördlich in Richtung Alaska, wo er bei seinen Stops auch in Fischfabriken arbeitete.
1995 war er in Alaska angekommen und dort verdingte er sich als Truckmechaniker bei den bekannten Iceroadtruckern. Diese fahren mit ihren LKW auf den gefrorenen Seen und Flüssen die benötigten Waren zu den Bestimmungsorten.
1998 kam er mit dem Schlittenhundesport in Berührung. Seine ersten Rennen bestritt er in der Klasse der Sprintrennen. Hierbei handelt es sich um Distanzen bis zu 30 Km.
Die in Alaska lebenden Natives „Ureinwohner“ brachten dem Rookie (Anfänger) nach und nach bei, worum es im Hundeschlittensport eigentlich geht. Die Einheit zwischen Tier und Mensch. Hugh Neff lernte immer mehr und verlegte sich auf die Distanzrennen(1000 Meilen ca. 1600 Km). Im Jahre 2000, nur 5 Jahre nach seinem Umzug nach Alaska, bestritt er seinen ersten Yukon Quest mit nur 10 Hunden davon 3 geliehenen. Sein Ziel war bei weitem nicht der Sieg sondern nur das Durchkommen mit seinem Team. 2012 war es soweit, nach Tagen der körperlichen Entbehrungen für sich und seine Hunde konnte Hugh Neff morgens um halb 5 Ortszeit den Sieg des Yukon Quest feiern.

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Mittlerweile hat Hugh Neff an 13 Yukon Quest Rennen und 9 Iditarod Rennen (bekannt als Serumrennen) bestritten und als erster Alaskaner 2013 den Finnmarksløped beendet.
Hugh Neff nennt 50 Hunde sein Eigen. Diese müssen täglich trainiert werden wobei es in Alaska nicht an Platz mangelt. Nach seiner Stippvisite in Deutschland geht es für Hugh Neff wieder in die Heimat da die Hunde auf den kommenden Quest vorbereitet werden wollen. In diesem Jahr geht erstmals auch seine Lebensgefährtin Nicole Faille mit einem Team an den Start.

Auch Mushergeschichten wurden zum Besten gegeben.
Bei einer Trainingsfahrt stand dem Gespann plötzlich ein Elch gegenüber. Dieser sah es nicht ein den Trail (Fahrtweg) freizumachen, er wollte lieber auf dem festgefahrenen Weg bleiben und attackierte die Hunde. Hugh blieb nur die Möglichkeit sich selber in Sicherheit zu bringen und gab seiner Leithündin den Befehl loszurennen. Der Elch verfing sich in den Leinen und stürzte auf den Schlitten und die Hunde zogen den ausgewachsenen Elch mit sich fort, dies passierte 5 Tage vor dem seinem ersten 1000 Meilen Rennen.

Ein anderes Erlebnis war die Begegnung mit einem hungrigen Wolf, dieser hatte sich die Hunde als Mahlzeit ausgesucht. Nur die schnelle Flucht durch ein Gewässer konnte schlimmeres verhindern.

Hugh gab den Zuhörern mit auf den Weg das die Hunde den Mushern zeigen wo es lang geht und nicht umgekehrt und man immer auf deren Instinkte vertrauen sollte. Außerdem soll man an seine Träume glauben, seine Ziele verfolgen denn nur dann können sie in Erfüllung gehen.

Osterwald bedankte sich bei Hugh Neff mit einem Gastgeschenk der besonderen Art, er bekam einen Maßkrug und das dazugehörige „German-Beer“.

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Ein sehr schöner und informativer Abend ging zu Ende. Nochmals ein herzlichen Dank an die Organisatorin und Übersetzerin Anne Kielmann, deren Partner Tobias Kiel und an den Hauptsponsor den Fachtiermarkt MIEZEBELLO in Berenbostel .

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http://www.myheimat.de/garbsen/freizeit/osterwald-im-yukon-fieber-d2546231.html

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